Pimp my Viertel!!!
Seit kurzer Zeit gibt es im Viertel eine Standortgemeinschaft, das BID-Viertel. Jede Person, die im Viertel eine Immobilie besitzt, ist verpflichtet durch ein Bremer Gesetz, diese Standortgemeinschaft finanziell zu unterstützen. Es handelt sich dabei um “Das Bremische Gesetz zur Stärkung von Einzelhandels- und Dienstleistungszentren”.
Seltsame Sache, wie ich finde, was genau hat denn z.B. ein Wohnungseigentümer damit zu tun, ob die Läden hier gut laufen oder nicht? Wieso muss ein solcher Geld zahlen, damit es den Händlern besser geht?
Ausserdem: Wer kontrolliert den Sinngehalt der Aktionen, für die das Geld ausgegeben wird? Da hat der Staat bzw. die Stadt Bremen dann nichts mehr mit zu tun…
Ich muss ehrlich sagen ich halte davon nicht viel. Folgendes Beispiel zur Veranschaulichung:

Von dieser Kübel-Baum-Kombination wurden im Viertel gerade 50 Stück aufgestellt. Wunderhässlich!!!
Sinnloser kann man Geld wohl kaum verschwenden. Ich bin gespannt wie lange die halten und wann man die ersten auf dem Flohmarkt angeboten bekommt:)
Ich zitiere mal den Infotext, den ich auf “dasviertel.de” gefunden haben (Startseite):
“…wenn im Viertel die Bäume blühen!
Der Frühling hält Einzug im Viertel: seit Pfingsten zieren 50 frühlingsgrüne Bäume die Viertel-Meile! Eine bunte Unterbepflanzung in den Holzkübeln schafft zusätzliche Farbtupfer im Straßenbild.” ….
Ich denke mir jetzt meinen Teil, vielleicht ist das auch einfach ein Bremer UrProblem: Geld herauswerfen für wenig Sinnvolles (z.B. Spacepark etc.), nach Möglichkeit natürlich Geld, welches einem selbst nicht gehört!
Diese übertriebene Weihnachtsbeleuchtnug mit den 25000 E-Kerzen kam übrigens aus der gleichen Initiative. Muss man eigentlich immer wieder erwähnen, das anderswo Menschen leiden?
An alle Eigentümer (von Viertelimmobilien): Steht auf, tut euch zusammen und unternehmt etwas dagegen, dieser Zustand ist nur schwer zu ertragen!
Es gibt 10 Meinungen zu 'Pimp my Viertel!!!'
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Iwen meinte am 2. Juni 2010 um 14:39:
Also ich denke nicht, dass der Werderimbiss Geldnot leidet….
Also sind die 20000 Weihnachtskerzen doch ein wenig übertrieben. Zudem wage ich es zu bezweifeln, dass hier alle Läden den Bach runter gehen und wir plötzlich ohne alles da stehen.
Der Wert der Immobilien wird im Stein- und Ostertor durch vieles gemindert, aber ich glaube nicht dadurch…und gegen andere Dinge wird nicht vorgegangen (Strassenstrich zum Beispiel), aber es wird Geld für Bäumchen und Weihnachtsbeleuchtung ausgegeben…
Das ist die pure Entfremdung. -
paulepanther meinte am 2. Juni 2010 um 16:06:
Was für ein Schwachsinn. Vielleicht sollte man die Händler zur Kasse beten. Ich möchte Geschäfte unterstützen wenn ich dort einkaufe. Also freiwillig.
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mpl meinte am 2. Juni 2010 um 22:24:
Ich geb mein Geld auch lieber selber aus
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Tut nichts zur Sache meinte am 2. Juni 2010 um 23:29:
Das ganze BID ist doch der größte Mist den das Viertel in seiner jüngeren Geschichte erlebt hat. Das Ganze dient nur einem Zweck und zwar: Das Viertel sauberer, attraktiver (für Investoren) und aufgeräumter zu machen. Es sollen ja auch Plakate etc. entfernt werden. Durch all diese Faktoren fühlen sich mehr und mehr Edelläden und Boutiquen im Viertel wohl. Es steigen die Mieten und Investoren bauen Luxuswohnungen etc. Die bisherigen Bewohner des Viertels (Studenten, Künstler etc.) können sich die Mieten nicht mehr leisten und ziehen weg. Das Ganze nennt man Gentrifizierung und ist in vielen Alternativ gepägten Stadtteilen in Deutschland und anderswo zu beobachten. Mal ist dies ein selbstständiger Prozess, mal ein Gelenkter, mal beides.
Das Ganze kann man natürlich nicht nur an diesen doofen Blumenpötten festmachen. Es gibt viele verschiedene Faktoren, die zu beobachten sind. -
pico meinte am 3. Juni 2010 um 09:40:
Die Blumenkästen sehen jedenfalls besser aus, als die „Scheißhaufen“ der Köterfans.
Das durch diese „Verschönerungsaktion“ die Mieten im Viertel steigen, und der Werderimbiss sowieso genügend Geld verdient, ist doch an den berühmten Haaren herbeigezogen.
Außerdem gibt es pausenlos Leerstände von Läden – kommt das auch von den „guten Umsätzen“ der (ehemaligen) Geschäftsinhabern? …… die haben sicherlich das falsche Sortiment gehabt!!!
Witz komm raus, du bist umzingelt. Im Viertel haben wir die größte Wohndichte mit dem höchsten
Altersdurchschnitt Bremens! Das sollte man sich auch mal vor Augen führen.
Die Angebotsvielfalt der Geschäfte im Viertel gibt es sonst nur noch auf der grünen Wiese bei Dodenhof – und die erreiche mal mit Deinem Rollator. -
Iwen meinte am 4. Juni 2010 um 11:58:
Wenn der Wert der Immobilien nicht steigen würde, wäre das ganze ja sowieso sinnlos:D
Und wenn der Wert der Immobilien steigt, dann auch die mieten, hehe.
Ladensterben gibt es nicht nur im Viertel und hat nachweislich ganz andere Ursachen…die Bäume jedenfalls werden das wohl kaum verhindern, genauso wenig wie die Weihnachtsdekoration.
Größte Wohndichte wage ich an zu zweifeln, Statistiken dazu gibt es auf http://www.bremen.de .
Mein Rollator is krass getuned mit dem fahr ich bis in Ruhrgebiet in einem Stück, aber hallo!!! -
pico meinte am 4. Juni 2010 um 13:42:
Du bist mir ja ein ganz Luschtiger, ein richtiger Schlingel.
Die nachweislichen Ursachen würden mich noch sehr interessieren – Details bitte !!! -
Iwen meinte am 5. Juni 2010 um 11:32:
Studien über Ladensterben gibt es doch nun bei weitem zu genüge und die Ursachen sind immer die gleichen:
- Internet
- Grosshandel bzw. EinkaufszentrenGerade in Zeiten wo manche die Ausgabe jedes Cents durchdenken müssen kann ich nachvollziehen, dass viele Produkte im Internet zum besten Preis gekauft werden…Da kann der kleine Händler von nebenan unmöglich mithalten.
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pico meinte am 7. Juni 2010 um 13:04:
Geschwafel, Geschwafel, Geschwafel …. Du hättest das Zeug Bundeskanzler zu werden. Wir sollten das Thema wechseln ……. wir wäre es mit dem Thema “Wie finanziere ich die Kirchen in Deutschland”, oder ” Wann bekommen wir endlich ein Parkhaus in der Lübeckerstrasse” – Carsharing und seine Folgen”, oder “Asphalt stinkt – Hilfe ich bin ein Grüner und habe keine Argumente mehr”.

Geviertelt von Iwen am 2. Juni 2010 um 13:22 in
Marco meinte am 2. Juni 2010 um 14:13:
“Seltsame Sache, wie ich finde, was genau hat denn z.B. ein Wohnungseigentümer damit zu tun, ob die Läden hier gut laufen oder nicht? Wieso muss ein solcher Geld zahlen, damit es den Händlern besser geht?”
Ziemlich einfach. Wenn es für den Händler nichts mehr zu verdienen, dann packt er seine Sachen und macht den Laden woanders wieder auf. Wenn aber die Läden leerstehen (oder nur noch Daddelbuden und Sonnenstudios drin bleiben), dann sinkt die Attrkativität des Stadtviertels und damit auch der Wert der zurückgebliebenen Immobilien. Wenn man dagegen die Attraktivität des Stadtviertels verbessert, dann steigt der Wert der Immobilien. Die BID Geschichte kann aber nicht freiwillig erfolgen wg. Free-Rider Problem, also Zwangsabgabe.